Artikel wurde aktualisiert am 26.09.20187 Min. Lesedauer

Börse (DAX, Dow Jones, S&P 500, Nasdaq 100 etc.) Performance


Das Börsenjahr 2017 war nicht nur aus deutscher Sicht ein sehr gewinnbringendes Jahr. Der Dax konnte in 2017 immerhin um +12,5 Prozent zulegen. Bei den Amerikanern sah es sogar noch besser aus. Hier konnte der Dow Jones in 2017 um +25,08 Prozent und der noch breiter gestreute Index S&P 500 um +19,42 Prozent zulegen. Wer in den technologielastigen Nasdaq 100 Index (ohne Finanzunternehmen) investierte, konnte in 2017 eine Performance von +31,52 Prozent erzielen.

Apple war zu Jahresende 31.12.2017 bei einem Schlusskurs von 169,23 USD und einer Marktkapitalisierung von 860,88 Milliarden USD das teuerste Unternehmen der Welt. Rang 2 ging bei einem Schlusskurs von 1.046,40 USD und einer Marktkapitalisierung von 729,29 Milliarden USD an Alphabet (Google). Auf dem dritten Platz landete bei einem Schlusskurs von 85,54 USD und einer Marktkapitalisierung von 659,90 Milliarden USD der Softwarekonzern Microsoft.

Zusammen kommen diese drei US-Unternehmen Stand 31.12.2017 auf einen Börsenwert von 2,25 Billionen USD. Nur so zum Vergleich das Bruttoinlandsproudkt (BIP) von Frankreich mit seinen rund 65 Millionen Einwohnern betrug 2,46 Billionen USD in 2016 (Wechselkurs, Jahresdurchschnitt, USD je Euro 1,11 in 2016).

Vom globalen Börsenboom dürften aber ohnehin nur die wenigsten Deutschen profitiert haben. Laut dem Deutschen Aktieninstitut besitzen nur 14 Prozent der Bundesbürger Aktien oder investieren in Aktienfonds. Grob gerechnet besitzt nur jeder siebte Deutsche Wertpapiere und das trotz der Dauer-Niedrigzinsphase.

Auswertung wichtige Börsenindizes 2017

Referenzwert20172016Veränderung zum
Vorjahr in %
Veränderung
in Zahlen
DAX12917.6411481.0612.511436.58
Mdax26200.7722188.9418.084011.83
Euro Stoxx 503503.963290.526.49213.44
STOXX600389.18361.427.6827.76
CAC 405312.564862.319.26450.25
FTSE MIB21853.3419234.5813.612618.76
IBEX 3510043.99352.17.40691.8
Nikkei 22522764.9419114.3719.103650.57
Dow Jones24719.2219762.625.084956.62
S&P 5002673.612238.8319.42434.78
Nasdaq 1006396.424863.6231.521532.8
GER 10-YR (BUND)0.4260.207105.800.219
US 10-YR2.4052.446-1.68-0.041
EUR/USD1.19961.051314.110.1483
EUR/JPY135.6122.8710.3612.73
EUR/CHF1.16881.079.230.0988
EUR/GBP0.88750.85164.220.0359
EUR/RUB69.18964.7466.864.443
EUR/TRY4.55063.710422.640.8402
BTC/EUR12320.6150913,22751249.1311407.3875
BTC/USD14363.8750954.69301404.5513409.182
Öl Brent USD66.6256.8217.259.8
Natural Gas2.9553.744-21.07-0.789
Gold USD1305.1115213.29153.1
Silver USD16.98515.966.421.025
Coffee126.2137.3-8.08-11.1
Wheat427.25408.754.5318.5

TOP 5 Gewinner / Verlierer im DAX, Mdax in 2017


Top 5 Gewinner DAX
Lufthansa +147 Prozent
Commerzbank +70 Prozent
RWE +45 Prozent
Infineon + 38 Prozent
Eon +37 Prozent

Top 5 Verlierer DAX
ProSiebensat1 -22 Prozent
Fresenius -12 Prozent
Merck -9 Prozent
Deutsche Telekom -8 Prozent
BMW -3 Prozent

Top 5 Gewinner Mdax
Uniper +99 Prozent
Leoni +84 Prozent
Stada +80 Prozent
Wacker Chemie +67 Prozent
Rheinmetall +66 Prozent

Top 5 Verlierer Mdax
Steinhoff -94 Prozent
Südzucker -21 Prozent
Deutsche Euroshop -11 Prozent
K+S -8 Prozent
RTL -3 Prozent


Entwicklung ausgewählte Börsenwerte 2017 – 2011
(6 Jahreszeitraum)

Referenzwert31/12/201731/12/2011Veränderung zu
2011 in % (6 Jahre)
Veränderungen
Durschnitt pro Jahr in %
Veränderung
in Zahlen
DAX12917.645898.35119.0019.837019.29
Mdax26200.778897.81194.4632.4117302.96
Euro Stoxx 503503.962316.5551.268.541187.41
Dow Jones24719.2212217.56102.3317.0512501.66
S&P 5002673.611257.6112.6018.771416.01
EUR/USD1.19961.296-7.44-1.24-0.0964
EUR/JPY135.699.6936.026.0035.91
EUR/CHF1.16881.2151-3.81-0.64-0.0463
EUR/GBP0.88750.83376.451.080.0538
EUR/RUB69.18941.64466.1411.0227.545
EUR/TRY4.55062.453385.4914.252.0973
Öl Brent USD66.62107.5-38.03-6.34-40.88
Gold USD1305.11563.7-16.54-2.76-258.6


Börsen- und Wirtschaftsnachrichten 2017

  • 2017 ist ein Rekordjahr für Deutschlands Börsenschwergewichte im DAX
    Der Umsatz der Dax-Konzerne stieg in 2017 gegenüber dem VJ um 5,4 Prozent auf zusammen gut 1,3 Billionen Euro (Quelle: Ernst & Young). Nach EY-Angaben erzielten die Unternehmen fast 58 Milliarden Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich um 17 Prozent auf 133 Milliarden Euro. Berücksichtigt wurden in den Jahreszahlen von EY 28 der 30 notierten Unternehmen im DAX. Die Zahlen der Deutschen Bank und Commerzbank wurden in der EY-Auswertung traditionell nicht berücksichtigt.

  • Dax-Konzerne sind in 2017 mit knapp 54 Prozent mehrheitlich im ausländischem Besitz.
    Ausländische Investoren haben ihren Anteil an Dax-Konzernen in 2017 weiter gesteigert. 53,7 Prozent der Aktien gehörten zum Jahresende Anlegern aus dem Ausland, in Jahr zuvor lag der Anteil bei 52,4 Prozent, wie die Unternehmensberatung EY mitteilte. Besonders begehrt im Ausland sind Deutsche Börse, Adidas, Bayer, Infineon und Linde, die zu mehr als 70 Prozent in ausländischer Hand sind. Bei Bayer und Linde nahm der Anteil zwischen 2005 und 2017 gar um mehr als 35 Prozentpunkte zu. Den geringsten Anteil ausländischer Aktionäre hat der Handelskonzern Henkel mit 26 Prozent. (Quelle: n-tv.de, 25.04.2018)

  • Europäische Banken sitzen auf 800 Milliarden Euro an faulen Krediten.
    Die Europäische Bankenaufsicht schätzt einem Medienbericht zufolge die Summe der Problem-Kredite in den Bilanzen europäischer Banken zehn Jahre nach der Finanzkrise auf 813 Milliarden Euro. Nach Einschätzung der Beamten ist im historischen Vergleich der Umfang dieser Problem-Kredite hoch. Genau wie vor 10 Jahren ist ein Großteil der faulen Kredite dem Immobilienbereich zuzuordnen. Im Krisenland Italien liegen 186,7 Milliarden Euro an faulen Krediten, die Hälfte davon ist nicht durch Kapital gesichert. In den Bilanzen der deutschen Banken befinden sich hingegen “nur” 49,6 Milliarden Euro an faulen Krediten. Bei faulen Krediten sind Darlehen gemeint, deren Rückzahlung seit 90 Tagen oder mehr aussteht.
    Quelle: bild.de, 05.08.2018

  • Chinas Schuldenproblem und der drohende Handelskrieg mit den USA
    – Die Verschuldungsquote von China beträgt 300 Prozent (debt-GDP ratio). Vor 10 Jahren waren es lediglich 160 Prozent.
    – Bis 2020 könnten ausfallgefährdete Kredite NPL ein Volumen von 476 Mrd. USD erreichen.
    Im weitgehenden unregulierten Bankensystem macht vor allem das Schattenbankensystem Probleme. Hier liegen Schätzungen zufolge 20 Billionen USD mit fragwürdigen bzw. undurchsichtigen Absicherungsgeschäften.
    – Knapp 20 Prozent der Exporte von China gehen in die USA. In 2017 exportierte China Waren und Dienstleistungen im Wert von 506 Mrd. USD in die USA. Die USA hingegen exportierten nach China lediglich Waren und Dienstleistungen im Wert von 130 Mrd. USD.
    https://www.cnbc.com/2018/04/24/trade-war-with-us-may-be-tipping-point-for-chinas-debt-ridden-economy.html

  • Warum die Verschuldung in China so gefährlich ist und jederzeit platzen kann?
    Nach dem Willen der Regierung Chinas sollten Unternehmen auf Pump im großen Stil investieren und so die Wirtschaft ankurbeln. Die beindruckenden Wirtschaftswachstumszahlen Chinas wurde also zum großen Teil auf Pump (Schulden) erkauft. Die Verschuldungsorgie hat jedoch nicht nur das Wirtschaftswachstum angefeuert, sondern auch die Bilanzsummen der Banken gefährlich aufgebläht. Ende 2016 belief sie sich auf 33,4 Billionen Dollar. Das entspricht horrende 300 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die Schulden in China wuchsen sogar noch schneller als die Wirtschaft. Zum Vergleich: Die Bilanzsumme der US-Banken betrug im Vergleichszeitraum 17 Billionen Dollar – das entsprach 83 Prozent der Wirtschaftsleistung und die USA ist nach wie vor die größte Volkswirtschaft der Welt. Chinas absurd hohe Verschuldungsrate birgt kolossale Risiken. Die Insolvenz des Kohlekonzern Wintime Energy (aus der nördlichen Provinz Shanzim) mit einem Schuldenberg von 11 Milliarden Dollar dürfte nur der Auftakt zahlreicher anstehender Firmenpleiten sein. Darauf deutet auch die durchschnittliche Schuldenquote von börsennotierten Unternehmen in China hin. Laut Bloomberg-Daten liegt diese per Ende 2017 bei 99,5 Prozent. Auch der IWF veranlasste erst kürzlich dazu eine Warnung: “Die Schuldenquote deutet auf eine hohe Wahrscheinlichkeit für bevorstehenden Stress im Finanzsystem hin”.
    Schuldenberg in China vor dem Einsturz – Quelle: n-tv.de, 20.07.2018

  • Amerikanische Haushalte sind per Ende 2017 mit 13.15 Billionen Dollar verschuldet.
    Laut der Federal Reserve Bank NY sind die amerikanische Haushalte per Ende 2017 mit 13.15 Billionen Dollar verschuldet. Hypothekenkredite machen 8.88 Billionen USD (68 Prozent), Studentenkredite 1.38 Billionen USD (10 Prozent), Autokredite (9 Prozent), Kreditkartenschulden 834 Milliarden USD (6 Prozent) und home equity lines of credit (HELOC) machen 444 Milliarden USD (3 Prozent) der Schulden aus. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Im 3. Quartal 2008 betrug die Gesamtverschuldung der Amerikanischen Haushalte lediglich 12.68 Billionen Dollar (Zahl nicht inflationsbereinigt).
    Household Debt and Credit 2017 – PDF / Quelle: Federal Reserve Bank of New York, 4. Quartal 2017

  • Weltweites Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte wächst per Ende 2017 auf 168,3 Billionen Euro.
    Auf Jahressicht ist dies ein Plus von 7,7 Prozent. 2016 lag die Vermögenssumme auf Basis vergleichbarer Wechselkurse noch bei 156 Billionen Euro. Insgesamt entspricht das Geldvermögen weltweit mit 168,3 Billionen Euro 272 Prozent der Wirtschaftsleistung und rund dem 2,5x der globalen Marktkapitalisierung an den Börsen.

    Seit 2000 hat sich das Nettovermögen der privaten Haushalte weltweit verzehnfacht. Etwa 80 Prozent der Vermögenssteigerungen in 2017 sind der guten Börsenentwicklung geschuldet. Die jährliche Vermögensstudie “Allianz Global Wealth Reports” berücksichtigt Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapier sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds. Immobilienwerte werden in der Studie nicht berücksichtigt. Das Netto-Geldvermögen der privaten Haushalte, also abzüglich von Schulden, lag in den 53 untersuchten Staaten per Ende 2017 bei 128,5 Billionen Euro.

    Nach Ländern hatten die Schweizer mit 261.100 Euro erneut das höchste Brutto-Geldvermögen pro Kopf, vor den Amerikanern mit 208.500 Euro und den Dänen mit 154.560 Euro. Auch beim Netto-Geldvermögen lagen die Schweizer ganz vorne mit 173.990 Euro netto, vor den Amerikanern mit 168.640 Euro und den Schweden mit 98.380 Euro.

    Deutschland liegt in der Vermögensstudie “Allianz Global Wealth Report 2018” im Ländervergleich beim Mittelfeld. Beim Brutto-Geldvermögen pro Kopf belegt Deutschland mit 73.630 Euro den 20. Platz und beim Netto-Geldvermögen mit 52.390 Euro den 18. Platz.
    Allianz Global Wealth Report 2018 (deutsch PDF) – Quelle: Allianz, 26.09.2018

  • Saudi Arabien mit 52 Milliarden Euro Haushaltsdefizit in 2017
    Das Haushaltsdefizit von Saudi Arabien lag 2017 bei 8,9 Prozent, das ist ein Minus von 230 Milliarden Rial (ungefähr 52 Milliarden Euro). Aufgrund des rapiden Preisverfalls beim Öl musste Saudi Arabien in den letzten drei Jahren Schulden aufnehmen und Währungsreserven im Wert von 250 Milliarden USD liquidieren, um das Defizit beim Staatshaushalt auszugleichen. Stand November 2017 betrugen die Währungsreserven von Saudi Arabien 484 Milliarden USD. Der Höchstsstand der Devisenreserven Saudi Arabiens geht auf August 2014 zurück und betrug 731 Milliarden USD.


Schlusskurse Börse 31.12.2016
Schlusskurse Börse 31.12.2015
Schlusskurse Börse 31.12.2014
Schlusskurse Börse 31.12.2013
Schlusskurse Börse 31.12.2012