Artikel wurde aktualisiert am 18.09.20183 Min. Lesedauer


Langzeit-Studie (25 Jahre Zeitraum) zum Thema Bewegung präsentiert eindeutige Ergebnisse.

Das Karlsruhe Institut für Sportwissenschaft (KIT) zeigt, dass sportlich aktive Menschen motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger sind als Bewegungsmuffel. Bei der Studie wurden seit dem Jahr 1992 in Schönborn (Kreis Karlsruhe) rund 500 Männer und Frauen im Alter von 35 – 80 Jahren begleitet. Die Studienteilnehmer wurden alle paar Jahre auf Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Feinmotorik getestet. Außerdem wurden die Blut- und Körperfettwerte sowie das seelische Wohlbefinden ermittelt. Die Frage nach der Ernährung wurde in dieser Studie bewusst vernachlässigt.

Laut Aussage von Professor Klaus Bös, der die Studie gemeinsam mit Alexander Woll koordinierte, ist der 50-jährige Aktive genauso fit wie der 40-jährige Inaktive. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass mit fortschreitendem Alter kleinere Beschwerden zunähmen – der Gesundheitssportler jedoch deutlich weniger davon betroffen ist. Weitere positive Eigenschaften für bewegungsaktive Menschen sind: es macht glücklich, hilft gegen Depressionen, beugt Demenz vor und unterstützt die Genesung nach schweren Krankheiten.

Wer weniger als 2,5 Stunden pro Woche sportlich aktiv ist, erkranke zudem im Durchschnitt viermal so häufig an Diabetes. Außerdem hat der sportlich Aktive beispielsweise ein fünfmal geringeres Risiko für Herz- / Krleislauferkrankungen. Ein direkter Effekt von Sport auf die Durchblutung des Herzmuskels konnte in der Zwischenzeit eindeutig nachgewiesen werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfhielt 2,5 Stunden moderaten Sport pro Woche. Dies wir leider nicht einmal von der Hälfte der Menschen in Deutschland erreicht.

In Deutschland sind fast 60 Prozent der Menschen übergewichtig. 6 Millionen Menschen haben Diabetes.

Die Ernährungswissenschaftlerin Alexandra Schek geht beim Thema Gesundheit davon aus, dass Gene vielleicht 20 Prozent ausmachen, vernünftige Ernährung 40 Prozent und ein aktiver Lebensstil ebenfalls 40 Prozent. Sie schränkt jedoch ein, dass eine solche Gewichtung sehr spekulativ ist und vermutet, dass es derzeit wohl niemand auf der Welt gibt, der dazu eine evidenzbasierte Aussage machen kann. Fest steht jedoch, dass moderater Sport kombiniert mit vollwertiger Basiskost unerlässlich für ein gesünderes Leben ist.


Studie zeigt die Deutsche leiden unter akutem Bewegungsmangel (2018)
Laut einer Studie im Auftrag der DKV (Deutsche Krankenversicherung) erreichen nur noch 43 Prozent der Deutschen das empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität. In 2010 lag der Wert noch bei 60 Prozent.

Für die Studie wurden 2900 Deutsche zum Thema Bewegung, Gesundheit, Ernährung, Alkohol, Rauchen, Stress, Lärmempfindlichkeit, Einsamkeit und Regeneration interviewt.

61 Prozent der Befragten stuften selbst ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Nach Einschätzung der Experten steht dies jedoch im krassen Missverhältnis zur Realität. Demnach geht es nämlich nur 9 Prozent der Menschen gut – sie haben genügend Bewegung, rauchen nicht, ernähren sich gut, trinken wenig Alkohol und haben einen gesunden Umgang mit Stress. In 2010 lag der Wert dieser Gruppe noch bei 14 Prozent.

Das Bewegungsdefizit führt der Studienleiter Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln hauptsächlich auf zwei Entwicklungen zurück: Zum einen werde heute generell weniger körperliche Arbeit verrichtet, zum anderen habe auch der Sport in der Freizeit nachgelassen. Fast 80 Prozent der Befragten sind außerhalb des Jobs nicht aktiv genug, um das Mindestmaß an Bewegung zu schaffen. Diese Menschen gehen zu wenig zu Fuß oder fahren auch nicht genug Fahrrad, um von A nach B zu kommen.

Im Gegensatz dazu sind die Deutschen ein Volk der Vielsitzer. In der Summe kommt der Durchschnitt an den Werktagen bei der Arbeit, beim Fernsehen, am Computer oder im Auto auf rund 8 Stunden Sitzzeit. Laut dem Studienleiter nutzen die Deutschen körperliche Aktivität leider viel zu selten als Ausgleich zu Belastungen und Stress. Stattdessen lassen sie sich ablenken vom Fernsehen und von digitalen Medien, die aber keine wirkliche Regeneration bieten.

Deutsche werden immer träger – Quelle: n-tv.de, 30.07.2018