Artikel wurde aktualisiert am 25.08.20184 Min. Lesedauer


Erkenntnisse und Tipps zum Umgang mit Alkohol.

Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland
(Quelle: Alkoholatals des Deutschen Krebsforschungszentrums – 2017)
– 9,5 Millionen Menschen trinken zu viel Alkohol
– 20.000 Menschen sterben pro Jahr an den direkten Folgen ihres Alkoholkonsums
– Zehntausende Kinder kommen jedes Jahr mit Alkoholschäden auf die Welt
– Jede fünfte Frau trinkt wöchentlich zu viel Alkohol
– Drei Prozent der Erwachsenen in Deutschland verzichten komplett auf Alkohol
– Jeder zehnte Jugendliche von 12 – 17 Jahren trinkt regelmäßig Alkohol

Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass Alkohol ein erhöhtes Risiko darstellt an Krebs zu erkranken. Alkohol ist in Deutschland relativ günstig und dazu noch eine gesellschaftlich anerkannte Droge. Im Übrigen trinken Menschen mit einem höheren Sozialstatus mehr Alkohol als Menschen mit niedrigem Sozialstatus.

Ab wann ist der Alkoholkonsum gefährlich?
Trinken Frauen mehr als ein Glas Bier (0,3 Liter) oder 0,1 Liter Wein pro Tag, wird bereits von einer riskanten Menge Alkohol gesprochen. Bei Männern wird bei der doppelten Menge von einem riskantem Konsum gesprochen.

Wird der empfohlene Grenzwert überschritten, können die Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn und nahezu alle Organe von drastischem Ausmaß sein. Folgende Alkoholschäden riskieren Sie, wen Sie Alkohol zu oft und in großen Mengen konsumieren:

Gesundundheisrisiken, die durch übermäßigen Alkoholkonsum entstehen können.

  • Besonders Ihre Leber wird geschädigt. Sie is für den Abbau des Alkohols verantwortlich. Typische Folgen von Alkoholmissbrauch sind Verfettung und Verhärtung der Leber. Im Endstadium führt das zur Leberzirrhose (Schrumpfleber). Im Übrigen baut die Leber bei Frauen sehr viel schlechter Alkohol ab und ist deshalb besonders gefährdet.
  • Das Gehirn wird bei zu viel Alkoholkonsum massiv beschädigt. Jeder einzelne Rausch sorgt dafür, dass Millionen von Gehirnzellen absterben. Langfristig zu hoher Alkoholkonsum vermindert die Gedächtnisleistung und auch das Konzentrationsvermögen nimmt ab. Man kann auch das Urteilsvermögen und die Intelligenz verlieren. Permanenter Alkoholmissbrauch führt zum völligen geistigen Abbau.
  • Langfristiger Alkoholmissbrauch ist Auslöser für zahlreiche Krebsarten insbesondere der Leber, in Mundhöhle, Rachenraum, Speiseröhre, Enddarm und der weiblichen Brustdrüse.
  • Die Wahrscheinlichkeit für Herzmuskel-Erkrankungen und Bluthochdruck wird durch Alkoholkonsum deutlich erhöht.
  • Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Entzündungen der Magenschleimhaut sind oft auf zu viel Alkoholkonsum zurückzuführen.
  • Alkohol verringert die Potenz und sorgt für eine verminderte sexuelle Erlebnisfähigkeit bei Mann und Frau.
  • Permanent, zu hoher Alkoholkonsum verändert die Persönlichkeit: Reizbarkeit, Unzuverlässigkeit, Unruhe, übertriebene Eifersucht, Ängste, Depressionen bis hin zu Suizidgedanken sind die Folge. Psychische Verhaltensstörung aufgrund von Alkohol ist die dritthäufigste Diagnose in der Krankenhausstatistik. Bei Männer ist es sogar die häufigste.
  • Zu hoher Alkoholkonsum sorgt außerdem für Übergewicht. Besonders oft am typischen Bierbauch zu sehen.

Warnhinweis: Der Übergang von Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit ist oft ein schleichender Prozess und entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum. Alkoholabhängigkeit kann sehr stark sein und ist nur schwer zu überwinden.

Tipps zum gesundheitsbewussten Alkoholonsum:

  • Trinken Sie täglich nicht mehr als ein Standardglas Alkohol.
  • An mindestens zwei Tagen in der Woche sollten Sie auf Alkohol komplett verzichten.
  • Vermeiden Sie es, sich zu betrinken.
  • Ältere Menschen sollten besonders auf Ihren Alkoholkonsum achten.


  • Selbst ein Bierchen am Tag oder Glas Wein kann sich bereits im minimalen Ausmaß auf die Gesundheit auswirken.
    Quelle: zeit.de, 24.08.2018

    Eine umfassende Studie der Fachzeitschrift Lancet (GBD Alcohol Collaborators, 2018) bei der die Daten von 28 Millionen Menschen untersucht wurden, kommt zu dem Ergebnis, dass bereits ein Bier oder ein Glas Wein pro Tag sich in sehr geringem Ausmaß (ca. 0,2 % mehr Erkranknungen als bei Abstinenzlern) auf die Gesundheit auswirkt.

    Studienergebnis:
    Wenn man die Faktoren betrachtet, die dafür sorgen, dass Menschen frühzeitig sterben oder mit Behinderung leben müssen, dann landet Alkohol hinter Einflüssen wie Rauchen oder Bluthochdruck auf Platz sieben. Der Grund: Alkohol begünstigt so unterschiedliche Krankheiten wie Krebs, Leberzirrhose, Bluthochdruck, aber auch Tuberkulose und Autounfälle. Die Forscherinnen und Forscher schauten sich 23 dieser besonders häufigen Gesundheitskomplikationen an. Unter denjenigen, die nicht tranken, erkrankten jedes Jahr 914 von 100.000, unter denen, die durchschnittlich ein Bier oder ein Glas Wein pro Tag tranken, waren es 918, bei zwei Drinks waren es 977 und bei fünf sogar 1252.
    Daraus ergebe sich, dass Alkohol weltweit für 2,2 Prozent aller Todesfälle bei Frauen und 6,8 Prozent aller Todesfälle bei Männern verantwortlich sei, heißt es in der Studie. Schaut man sich nur die Gruppe der 15- bis 49-Jährigen an, in der besonders viel getrunken wird, seien es sogar 3,8 beziehungsweise 12,2 Prozent.

  • Alkohol im Faktencheck: Konsum, Folgen, Krankheiten – Quelle: n-tv.de, 18.06.2018

  • Bereits geringe Mengen Alkohol senken die Lebenserwartung – Quelle: n-tv.de, 13.04.2018