Artikel wurde aktualisiert am 19.11.20195 Min. Lesedauer

Basiseinstellungen für Kamera zum Blitzen (Start)

Kamera in den manuellen Modus stellen und abhängig vom Kameratyp gegebenenfalls den Live-View Modus deaktivieren.

Standardeinstellungen für Blitzen
Verschlusszeit: 1/125
Blende: f/5.6
ISO: 100
Blitzleistung: 1/4

Mit der Verschlusszeit regeln Sie die Stärke der Hintergundbeleuchtung. Kürzere Verschlusszeit z.B. 1/160 ist dunkler. Längere Verschlusszeit z.B 1/60 ist heller.
Belichtungszeit: wie lange Licht auf den Bildsensor einfallen kann.

Blende: wie viel Licht auf den Bildsensor einfallen kann.

Mit der Blitzleistung regeln Sie, wie stark Ihr Hauptmotiv bleuchtet sein soll.

Der ISO Wert (Empfindlichkeit) macht das ganze Bild heller oder dunkler. Bei höheren ISO Werten leidet allerdings auch schnell die Bildqualität und es kann zu einem unschönen Bildrauschen führen. Bei sehr guten Kameras hat man einen etwas höheren Spielraum mit dem ISO Wert, bevor die Bildqualität merklich abnimmt.


Grundlagen Licht

Von wo soll das Licht (Hauptlicht key-light) kommen
Sinn beim Blitzen ist es das natürliche Licht vom Himmel zu immitieren, deshalb bietet sich eine schräge Position oberhalb des Kopfs vom Modell im 45 Grad Winkel an. Das Licht im 45 Grad Winkel schmeichelt dem Modell und sorgt andererseits für ein paar weiche Schatten. Die Schatten sorgen im Bildlook für Tiefe und Räumlichkeit. Für weiches Licht benötigt man aber auf jeden Fall einen Lichtformer wie z.B eine Softbox.

Auch mit einer leicht seitlich versetzen Lichtquelle zum Modell können sehr schöne Ergebnisse erzielt werden. Steht Ihr Modell z.B. auf der 12-Uhr-Position, bietet es sich an die Softbox zwischen der 1-Uhr- und der 2-Uhr Position oder der 10-Uhr- und der 11-Uhr Position zu platzieren, je nachdem welche Gesichtshälfte betont werden soll.

Abstand Lichtquelle zum Zielobjekt
Je näher sich die Lichtquelle z.B. Softbox am Zielobjekt (Modell) befindet, destso weicher und heller wird das Licht. Steht die Softbox sehr nah beim Modell, muss eventuell die Blitzleistung reduziert werden, da ansonsten die Ausleuchtung / Belichtung schnell zu grell werden kann. Für härteres, kantenbezogenes Licht (sehr gut geeignet für Männerportraits) einfach den Abstand zum Modell etwas vergrößern. Mit einem Wabenaufsatz oder auch Grid genannt wird die Streuung des Lichts verringert und man bekommt ein gerichtetes Licht. Allerdings verringert sich auch dadurch die Lichtleistung (Helligkeit). Gegebenenfalls einfach die Blitzleistung erhöhen.


Beim Blitzen von Personen Außenaufnahmen (Tag, Dämmerung)

Schritt 1:
Modell am besten so platzieren, dass die Sonne hinter dem Modell bzw. hinter dem Modell leicht versetzt steht. Dies hat den Vorteil, dass die Sonne als zweite Lichtquelle genutzt werden kann und sie quasi als Streiflicht fungiert.

Schritt 2:
Bevor Sie den Blitz einschalten, die Kamera einschalten und den manuellen Modus aktivieren. Verwenden Sie wie üblich die Standard-Verschlusszeit: 1/125 und stellen Sie Sie bei halbgedrückter Auslösertaste die Belichtung so ein, dass der Wert in der Mitte bei 0 Liegt. Die Korrektur erfolgt über den Blenden- und gegebenenfalls ISO-Wert.

Schritt 3:
Nachdem Sie die Belichtung ohne Blitz passend auf das Umgebungslicht eingestellt haben, setze Sie den Blendenwert um den Faktor 2 herunter. Angenommen ihr Blendenwert war zuvor F/4, dann ist der neue Blendenwert jetzt F/8. Machen Sie eine Probeaufnahme und achten Sie darauf, dass von Ihrem Modell nur die Silhouette zu erkennen ist. Ist dies nicht der Fall, dann regeln Sie den Blendenwert noch weiter herunter auf z.B. F/9.5 oder F/11 usw. – hilft das immer noch nicht, verkürzen Sie die Verschlusszeit auf z.B. 1/160. Die korrekte Synchronisierung der meisten Blitzen funktioniert bis 1/250. Mit diesen Kameravoreinstellungen sind Sie jetzt bestens für den Blitzeinsatz gerüstet.

Schritt 4:
Schalten Sie den Blitz ein und aktivieren auch hier den manuellen Modus. Legen Sie die Blitzleistung auf 1/4 fest. Machen Sie eine Probeaufnahme und schauen Sie sich das Ergebnis an.

Ist der Blitz auf der Probeaufnahme zu hell regeln Sie die Leistung einfach herunter. Sie können dies in Zwischenschritten tun oder gleich in ganzen Schritten von z.B. 1/4 auf 1/8. Ist die Aufnahme hingegen zu dunkel, erhöhen Sie einfach die Blitzleistung. Je später der Tag ist, destso weniger Blitzleistung benötigen Sie, weil ja auch das Umgebungslicht bereits abgenommen hat. Zur Mittagszeit hingegen, wenn die Sonne ihre maximale Strahlkraft erreicht hat, braucht man schnell für die korrekte Beleuchtung des Modells (Hauptmotiv) die halbe Blitzleistung 1/2 bzw. volle Blitzleistung 1/1. Fehlt auf dem Foto (Testaufnahme) die Balance zwischen dem Blitzlicht (für Ihr Hauptmotiv) und dem natürlichen Hintergrund, dann können Sie den Hintergrund mithilfe der Verschlusszeit heller (z.B. 1/60) oder dunkler (z.B. 1/160) machen. Die Kunst des Blitzens ist es ein natürliches ausgewogenes Licht zwischen Motiv und Hintergrund zu erzeugen. Am Ende soll es so aussehen als wäre der Blitz gar nicht da.

Warum man bei Außenaufnahmen auf CC Folien (Color Correction Folien) nicht verzichten sollte?
Das weiße Licht des Blitzes wirkt bei Außenaufnahmen immer etwas seltsam. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das natürliche Sonnenlicht einen orangefarbenen Ton hat. Um diesen Umständen gerecht zu werden, sollte man zur Mittags- und Nachmittagszeit auf dem Blitz eine orange Farbfolie von der Stärke 1/4 anbringen. Je später der Abend ist, destso stärker muss die Farbfolie sein, weil das natürlich Umgebungslicht (Sonne) immer wärmer wird. Beim Sonnenuntergang brauchen wir zum Blitzen schon die volle Stärke einer orangen Farbfolie. Ansonsten wirkt das Blitzlicht im Foto weiß und das ganze Foto sieht trotz korrekter Belichtung nicht harmonisch aus.

Anmerkung: Bei Studioaufnahmen stört das weiße Licht des Blitzes hingegen nicht.


Dramatic Portraits using a Beauty Dish with Jel Grimes (12:16 – Westscott Lighting)

One Light Portrait Setup with Jeff Rojas (15:53 – PRO EDU Photography Tutorials)

2 Portrait Lighting Setups For Men (30:17 – Fstoppers)